angelinamia

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Donnerstag, 03.11.2011, 08:56
Ganz was Wichtiges für unsere Zukunft - das Bildungsvolksbegehren.

Ohne die beste Ausbildung kann die Wirtschaft Österreichs nicht die beste Arbeit liefern.

Unsere Kinder verdienen es, die beste Schulausbildung zu erhalten, die es gibt. Dies heißt für mich je nach ihren Neigungen sollen Schwerpunkte gesetzt werden.

Es gibt für mich keine "dummen" Kinder, sondern nur "besondere".
Jedes Kind hat Stärken und Schwächen so wie jeder Mensch. Je nach diesen sollte es unterrichtet werden.
Die Schwächen müssen so weit es geht ausgeglichen werden und die Stärken müssen auf alle Fälle noch viel mehr gefördert werden.Die Förderung von "guten" Schülern fällt heute weitgehend unter den Tisch. Der Lehrer hat einfach viel zu wenig Zeit für diese Kinder. Er muss sich mit der Förderung der schwachen befassen - was auch sehr wichtig ist, aber eben auch die guten Schüler gehören gefördert. Vielen Kindern ist oft einfach fad im Unterricht.

Es geht uns alle an, egal, ob wir Kinder haben oder wie alt sie sind oder ob wir gar keine haben.

Also informiert euch noch mehr aber unterschreibt!

glg Angelina


Samstag, 29.10.2011, 21:47
Ich will mir jetzt mal was von der Seele schreiben. Es geht um Alleinerzieherinnen.
Weiters möchte ich über das Bildungsvolksbegehren schreiben. Ohne Bildung geht nichts. Unsere jetzigen Kinder sollen später mal mündige Bürger werden und die Wirtschaft in Schwung halten. Doch dazu später noch genauer.

Ich habe zwei Freundinnen, nennen wir sie Paula und Luzie, denen es seit ihrer Scheidung vor ein paar Jahren finanziell absolut schlecht geht.

Zuerst zu Paula. Es funktionierte in ihrer Ehe leider nicht mehr. Ihr Exmann hat getrunken. Dazu möchte ich nicht mehr schreiben.

Sie ließ sich also scheiden und zog mit ihren beiden Kindern aus dem Haus, das das Elternhaus des Exmannes war, aus. Dabei verzichtete sie auf jegliche Abfertigung oder sonstiges. Sie wollte nur raus.

Das neue Zuhause ist eine Wohnung, die sie sehr liebevoll, aber so günstig wie nur möglich, eingerichtet hat. Dazu musste sie sich einen Kredit aufnehmen. Diesen bekam sie nur mit einem Bürgen. So, wen soll man da nun nehmen, wenn man gerade geschieden ist? Nach einigen Diskussionen erklärte sich ihr Vater dazu bereit.

Paula arbeitete nach Möglichkeit so, dass sie so wenig Kinderbetreuung wie nur möglich brauchte. Ihre Mutter ist schon verstorben. Sonst hätte sie auf die Kinder geschaut.

Es funktionierte soweit ganz gut bis sie gravierende gesundheitliche Probleme bekam. Sie erlitt einen Bandscheibenvorfall. Leider war dies nicht ihr erster. Sie litt seit dem Teenageralter unter diesen Problemen.

Da sie ziemlich lang im Krankenstand war, wurde ihr gekündigt. Das Geld war vorher schon etwas knapp. Sie konnte nur Teilzeit arbeiten und hatte eben auch den Kredit zu bedienen. Durch große Einsparungen konnte die Teilfamilie noch über die Runden kommen.

Aber welche Arbeit konnte sie nun annehmen? Sie sollte nicht zu lang sitzen, so wenig wie möglich heben, nicht über Kopf arbeiten, nicht nur stehen… Was bleibt da also noch übrig?

Sie bekam somit keine Arbeit und fiel in den Notstand. Da war jetzt dann nichts mehr mit dem Auskommen mit dem Geld. Was also tun?

Sie klapperte sämtliche offizielle Stellen ab, die es nur gab. Letztlich konnte ihr keiner helfen. Die Raten für den Kredit wurden bei den Berechnungen nicht mehr berücksichtigt und somit war sie jedesmal "über" der Einkommensgrenze. Sie sind also soz „Privatvergnügen“.

Die Bank stundete ihr die Raten grad mal drei Monate. Eine Verlängerung der Laufzeit wurde abgelehnt.

Sie steckt nun schon ziemlich in den Miesen. Wie geht es weiter???? Das ist die Frage, die derzeit keiner beantworten kann.

Ich helfe ihr, wo ich nur kann. Am meisten ist ihr geholfen, wenn ich die Kinder von der Schule hole und dann auch Aufgabe mit ihnen mache. Das kann ich aber auch erst im heurigen Schuljahr machen. Wobei sie eh immer mehr auch alleine in der Wohnung sind.

Dass da natürlich auch die Kinder massiv leiden, ist klar. Sie können nicht auf Schikurs, Sportwoche etc mitfahren. Es wird also vom Staat auf den Rücken der Kinder gespart oder das Geld auf anderer Seite ausgegeben, sprich hinausgeworfen. Für mich ist dies an völlig falscher Stelle.

Jetzt braucht sie für ihren Sohn Physiotherapie. Da weiß sie auch noch nicht, wie sie den Selbstbehalt aufbringen soll.

Die Raumtemperatur in ihrer Wohnung ist ziemlich niedrig.


Nun zu Luzie. Sie hat sich scheiden lassen, weil ihr Mann sie immer wieder betrogen hat. Etliche Jahre hat sie es sich gefallen lassen. Sie konnte es aus finanziellen Gründen nicht.

Irgendwann konnte sie es aber nicht mehr ertragen.
Sie nahm ihre beiden Kinder und zog aus dem gemeinsam erbauten Haus aus. Es tat ihr im Herzen leid, dass sie das Haus verlassen mussten, aber sie konnte es sich keinesfalls alleine leisten.

Sie nahm sich nach vielen Überlegungen und Hin- und Herrechnen eine Wohnung, die gerade gebaut wurde.
Zum Einrichten brauchte auch sie einen Kredit. Auch sie sparte wo sie nur konnte.

Die Wohnung wurde nun in nicht ganz drei Jahren fast unfinanzierbar. Die Miete stieg von € 420,-- auf € 560,--, nicht auf einmal, aber trotzdem in sehr kurzer Zeit.

Luzie sagt, dass sie sich bald um eine andere Wohnung umsehen muss, denn sie kann sie sich bald nicht mehr leisten.

Auch die Energiekosten sind schon Wahnsinn. Wenn man zu ihr kommt, dann muss man sich auf alle Fälle dicke Socken und eine Weste mitnehmen. Sie hat die Heizung fast nicht an.

Das Auto finanziert ihr nun noch ihr Exmann, weil sie es sich nicht leisten könnte. Sie braucht aber eines, weil sie am Land wohnt und sonst nicht in die Arbeit kommen würde und Geschäft gibt es auch keines.

Sie hat Gott sei Dank noch ihre Mutter, die auf die Kinder aufpasst. Somit kann sie sich die Kinderbetreuung sparen.


In diesen beiden Fällen frage ich mich, wieso wird unser Steuergeld so massiv an anderen Stellen hinausgeworfen und unsere Zukunft (die Kinder) werden hängen gelassen.

Ganz extrem fehlt es aber bei unserer Bildung. Wenn hier nicht sehr bald intensiv investiert wird, dann schaut es nicht gut aus mit der Wirtschaft…..

Da schreib ich aber eine eigene Story dazu. Diese hier ist schon sehr lang.

Es war mir ein Bedürfnis, dies hier zu posten.

Lg Angelina


Freitag, 21.10.2011, 11:30
Möchte euch ein wunderschönes Wochenende wünschen.

Angeblich soll es ja schön werden. Hoffentlich stimmt es auch. Hab noch etliches im Garten zu erledigen. Da ich mir in letzter Zeit ja sehr viel Zeit für mich alleine genommen habe, ist einiges liegen geblieben.

Manche werden jetzt sagen: „Jetzt ist sie im Ruhestand und trotzdem bringt sie nichts weiter!“ Dies ist mir aber vollkommen egal. Ich brauche einfach noch immer viel Pausen und Ruhezeiten und die nehme ich mir auch ohne schlechtem Gewissen wegen irgend einer Arbeit, die getan werden wollte. Es macht sie mir eh niemand anderer.

Früher hätte es das nicht gegeben. Da hab ich immer bis zum Umfallen gearbeitet. Es gibt in einem Haus mit Garten ja immer was zu tun. Und ich mit meinem damaligen Perfektionismus hab immer wieder was gesehen, was mir nicht passte. Es war niemals schön genug oder sauber genug oder irgendwie einfach „fertig“.

Damit hab ich mich jahrelang oder gar jahrzehntelang immer wieder angetrieben zu noch mehr Leistung. Dies war eine Spirale und durch die zusätzlichen familiären und beruflichen Belastungen war ich dann irgendwann leer. Ich konnte einfach nicht mehr.
Ich hab aber einfach früher nichts ändern können. Ich war so richtig in einem Hamsterrad – immer weiter, immer weiter, immer weiter. Obwohl ich schon lang gemerkt habe, dass mir das alles nicht mehr gut tut und dass mir mein Körper eh schon ziemliche Signale gesendet hat, ich konnte nicht raus!

Dann wurde die Situation erst mal von meinem Ex geändert – er verließ uns. Im Nachhinein betrachtet war es das Beste für uns (ob für ihn auch bezweifle ich – kann mir aber egal sein), auch wenn ich damals sehr lang gelitten habe und ein ganz besonders schlechtes Gewissen wegen meinem Junior hatte.

Ich habe mir sehr lang vorgeworfen, nicht lang genug durchgehalten zu haben bzw nicht genug für unsere Familie getan zu haben. Darunter habe ich wirklich jahrelang gelitten. Erst nach sehr langer Arbeit mit meinem Therapeuten konnte ich dies ablegen.

Dann wurde meine berufliche Situation, die mich ja auch schon jahrelang belastet hatte, von "außen" geändert. Ich wurde in den Ruhestand versetzt.
Narürlich ist es derzeit wieder mal finanziell nicht grad einfach, aber ich kann ja auch sonst noch was arbeiten. Derzeit genieße ich aber das "einfach Nichtstun" und verhungern tun wir schon nicht.

Also die beiden Hauptfaktoren für mein Burn Out sind weggefallen. Nun kann ich mich ausgiebig um mich und meinen Junior kümmern. Und das tut gut!
Freilich gibt es die blöde Situation mit dem Haus noch immer und auch mit den Alimentationszahlung vom Ex funktioniert es nicht, aber das wird auch noch geklärt. Ich kann sagen, dass ich derzeit keine Probleme mehr habe. Das, was noch offen ist, wird sich auch noch irgendwann lösen.

Jetzt ist meine Gesundheit an erster Stelle. Ich will von den ganzen Wehwehchen wieder weg kommen. Als erstes will ich das mit dem Zucker in den Griff bekommen.
Insgesamt wäre sehr viel mehr bewegung dringend erforderlich. Leider kann ich dies noch immer nicht richtig umsetzen, weil ich immer soooooo müde bin. Hoffe, dass ich dies aber auch sehr bald schaffe.

Jetzt geht es uns beiden gut und wir genießen das Leben. Ich bin vollkommen glücklich damit, dass ich zuhause sein kann und nicht mehr arbeiten gehen muss und mein Junior genießt dies auch sehr.

glg Angelina