angelinamia

Nur, wenn du dich selbst liebst, kannst du auch andere lieben
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Samstag, 29.10.2011, 21:47
Ich will mir jetzt mal was von der Seele schreiben. Es geht um Alleinerzieherinnen.
Weiters möchte ich über das Bildungsvolksbegehren schreiben. Ohne Bildung geht nichts. Unsere jetzigen Kinder sollen später mal mündige Bürger werden und die Wirtschaft in Schwung halten. Doch dazu später noch genauer.

Ich habe zwei Freundinnen, nennen wir sie Paula und Luzie, denen es seit ihrer Scheidung vor ein paar Jahren finanziell absolut schlecht geht.

Zuerst zu Paula. Es funktionierte in ihrer Ehe leider nicht mehr. Ihr Exmann hat getrunken. Dazu möchte ich nicht mehr schreiben.

Sie ließ sich also scheiden und zog mit ihren beiden Kindern aus dem Haus, das das Elternhaus des Exmannes war, aus. Dabei verzichtete sie auf jegliche Abfertigung oder sonstiges. Sie wollte nur raus.

Das neue Zuhause ist eine Wohnung, die sie sehr liebevoll, aber so günstig wie nur möglich, eingerichtet hat. Dazu musste sie sich einen Kredit aufnehmen. Diesen bekam sie nur mit einem Bürgen. So, wen soll man da nun nehmen, wenn man gerade geschieden ist? Nach einigen Diskussionen erklärte sich ihr Vater dazu bereit.

Paula arbeitete nach Möglichkeit so, dass sie so wenig Kinderbetreuung wie nur möglich brauchte. Ihre Mutter ist schon verstorben. Sonst hätte sie auf die Kinder geschaut.

Es funktionierte soweit ganz gut bis sie gravierende gesundheitliche Probleme bekam. Sie erlitt einen Bandscheibenvorfall. Leider war dies nicht ihr erster. Sie litt seit dem Teenageralter unter diesen Problemen.

Da sie ziemlich lang im Krankenstand war, wurde ihr gekündigt. Das Geld war vorher schon etwas knapp. Sie konnte nur Teilzeit arbeiten und hatte eben auch den Kredit zu bedienen. Durch große Einsparungen konnte die Teilfamilie noch über die Runden kommen.

Aber welche Arbeit konnte sie nun annehmen? Sie sollte nicht zu lang sitzen, so wenig wie möglich heben, nicht über Kopf arbeiten, nicht nur stehen… Was bleibt da also noch übrig?

Sie bekam somit keine Arbeit und fiel in den Notstand. Da war jetzt dann nichts mehr mit dem Auskommen mit dem Geld. Was also tun?

Sie klapperte sämtliche offizielle Stellen ab, die es nur gab. Letztlich konnte ihr keiner helfen. Die Raten für den Kredit wurden bei den Berechnungen nicht mehr berücksichtigt und somit war sie jedesmal "über" der Einkommensgrenze. Sie sind also soz „Privatvergnügen“.

Die Bank stundete ihr die Raten grad mal drei Monate. Eine Verlängerung der Laufzeit wurde abgelehnt.

Sie steckt nun schon ziemlich in den Miesen. Wie geht es weiter???? Das ist die Frage, die derzeit keiner beantworten kann.

Ich helfe ihr, wo ich nur kann. Am meisten ist ihr geholfen, wenn ich die Kinder von der Schule hole und dann auch Aufgabe mit ihnen mache. Das kann ich aber auch erst im heurigen Schuljahr machen. Wobei sie eh immer mehr auch alleine in der Wohnung sind.

Dass da natürlich auch die Kinder massiv leiden, ist klar. Sie können nicht auf Schikurs, Sportwoche etc mitfahren. Es wird also vom Staat auf den Rücken der Kinder gespart oder das Geld auf anderer Seite ausgegeben, sprich hinausgeworfen. Für mich ist dies an völlig falscher Stelle.

Jetzt braucht sie für ihren Sohn Physiotherapie. Da weiß sie auch noch nicht, wie sie den Selbstbehalt aufbringen soll.

Die Raumtemperatur in ihrer Wohnung ist ziemlich niedrig.


Nun zu Luzie. Sie hat sich scheiden lassen, weil ihr Mann sie immer wieder betrogen hat. Etliche Jahre hat sie es sich gefallen lassen. Sie konnte es aus finanziellen Gründen nicht.

Irgendwann konnte sie es aber nicht mehr ertragen.
Sie nahm ihre beiden Kinder und zog aus dem gemeinsam erbauten Haus aus. Es tat ihr im Herzen leid, dass sie das Haus verlassen mussten, aber sie konnte es sich keinesfalls alleine leisten.

Sie nahm sich nach vielen Überlegungen und Hin- und Herrechnen eine Wohnung, die gerade gebaut wurde.
Zum Einrichten brauchte auch sie einen Kredit. Auch sie sparte wo sie nur konnte.

Die Wohnung wurde nun in nicht ganz drei Jahren fast unfinanzierbar. Die Miete stieg von € 420,-- auf € 560,--, nicht auf einmal, aber trotzdem in sehr kurzer Zeit.

Luzie sagt, dass sie sich bald um eine andere Wohnung umsehen muss, denn sie kann sie sich bald nicht mehr leisten.

Auch die Energiekosten sind schon Wahnsinn. Wenn man zu ihr kommt, dann muss man sich auf alle Fälle dicke Socken und eine Weste mitnehmen. Sie hat die Heizung fast nicht an.

Das Auto finanziert ihr nun noch ihr Exmann, weil sie es sich nicht leisten könnte. Sie braucht aber eines, weil sie am Land wohnt und sonst nicht in die Arbeit kommen würde und Geschäft gibt es auch keines.

Sie hat Gott sei Dank noch ihre Mutter, die auf die Kinder aufpasst. Somit kann sie sich die Kinderbetreuung sparen.


In diesen beiden Fällen frage ich mich, wieso wird unser Steuergeld so massiv an anderen Stellen hinausgeworfen und unsere Zukunft (die Kinder) werden hängen gelassen.

Ganz extrem fehlt es aber bei unserer Bildung. Wenn hier nicht sehr bald intensiv investiert wird, dann schaut es nicht gut aus mit der Wirtschaft…..

Da schreib ich aber eine eigene Story dazu. Diese hier ist schon sehr lang.

Es war mir ein Bedürfnis, dies hier zu posten.

Lg Angelina